Gaming

Verwelkte Parks: Wo Hessens Städte gießen – und wo nicht

9 de agosto de 2026Diego Herrera2 мин

Die üppige grüne Pracht von Parks und Grünanlagen in den Innenstädten Hessens schwindet in den Sommermonaten oft. Verwelkte Sträucher und ausgedörrte Rasenflächen sind ein gewohntes Bild geworden. Wie öffentliche Grünflächen im Sommer behandelt werden, hängt jedoch nicht nur von der anhaltenden Trockenheit ab, sondern auch von der Pflegestrategie der hessischen Städte.

„Eine flächendeckende Bewässerung ist weder personell machbar noch ökologisch sinnvoll“, erklärt ein Sprecher der Stadt Kassel gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Stadt konzentriert sich auf die Bewässerung von Jungbäumen bis zu ihrem fünften Standjahr, so das Umwelt- und Gartenamt Kassel. Ältere Bäume sowie Strauch-, Stauden- und Rasenflächen werden demnach nicht routinemäßig gegossen.

Die Stadt Kassel muss laut Umwelt- und Gartenamt Wasserverbrauch, Kosten und ökologischen Nutzen sorgfältig abwägen. Dennoch betont die Stadt: „Die Stadt Kassel verfolgt das Ziel, das öffentliche Grün auch unter zunehmend schwierigen klimatischen Bedingungen zu erhalten.“

Kosten in Frankfurt steigen auf fast eine halbe Million

Auch in Hessens größter Stadt, Frankfurt am Main, gewinnen die Kosten für die Bewässerung zunehmend an Bedeutung. Während 2021 noch 187.000 Euro anfielen, stiegen die Ausgaben für die Bewässerung im Jahr 2025 auf 445.000 Euro, wie Christian Dienst vom Grünflächenamt Anfang Juli der dpa mitteilte. Um den Verbrauch von Trinkwasser zu senken, greift das Grünflächenamt auf sogenanntes Betriebswasser zurück, das aus Quellen wie Grundwasser, dem Main, Tiefbrunnen oder Zisternen stammt.

In Hanau unterstützen Zisternen sowie Baumrigolen – unterirdische Systeme zur Versickerung von Regenwasser – die Bewässerung. Offenbach konzentriert sich bei Neupflanzungen auf hitze- und trockenheitstolerante Arten, wie der Stadtservice der Stadtwerke Offenbach berichtet.

Diese Art von Pflanzen wird auch von der Stadt Darmstadt bevorzugt, die betont: „Das ist die beste Hitzevorsorge.“ Die Kommune stellt klar, dass nicht weniger, sondern bei den Stadtbäumen sogar mehr bewässert wird. Diese Bäume haben einen „besonders großen Effekt auf das Stadtklima“.

Sensoren sollen Abhilfe schaffen

Trockenheitsschäden an Bäumen lassen sich nicht einfach beseitigen, daher ist deren Vermeidung ein wichtiges Ziel. Allein die Bewässerung der Stadtbäume kostet die Stadt Darmstadt laut ihren Angaben pro Saison mindestens 260.000 Euro. Für den Rasen in Grünanlagen und Parks setzt man dagegen auf eine natürliche Regeneration. „Er ist gewissermaßen ein treuer Begleiter“, so die Stadt Darmstadt.

Wer gezielt bewässern möchte, muss den Trockenheitsgrad der Pflanzen genau einschätzen können. Deshalb testet die Stadt Frankfurt im Rahmen des „News-Projekts“ den Einsatz von Sensoren zur Ermittlung des Wasserbedarfs von Bäumen. Auch im Süden Hessens, in Darmstadt, hat das Grünflächenamt ein Messnetz mit 50 Sensoren im Stadtgebiet installiert.